Empfehlung zur Corona-Impfung

Patienten*innen auf Wartelisten mit schweren Organschäden sowie Organtransplantierte
unter Immunsuppression sollten so schnell wie möglich eine Impfung gegen SARS-CoV-2
rhalten. Die Impfung kann auch zeitnah vor einer Organtransplantation erfolgen. Die
Durchführung einer lebensverlängernden Organtransplantation wegen einer Impfung darf nicht aufgeschoben werden.


Transplantations­zentrum - Nieren­transplantation, Pankreas­transplantation und Leber­transplantation

Empfehlung zur Corona-Impfung für Patient*innen auf Wartelisten und Organtransplantierte

Impfempfehlung des Transplantationszentrums TransplanTUM am Universitätsklinikum rechts der Isar

Stand: 18.03.2021

Patienten*innen auf Wartelisten mit schweren Organschäden sowie Organtransplantierte unter Immunsuppression sollten so schnell wie möglich eine Impfung gegen SARS-CoV-2 erhalten. Die Impfung kann auch zeitnah vor einer Organtransplantation erfolgen. Die Durchführung einer lebensverlängernden Organtransplantation wegen einer Impfung darf nicht aufgeschoben werden.


Impfempfehlung für alle Patient*innen in den Eurotransplant-Wartelisten

Das SARS-CoV2-Virus und die COVID-19 Erkrankung stellen ein erhebliches Risiko für Patienten*innen dar, die auf ein lebensrettendes Organ warten, da in dieser Personengruppe „besonders viele an fortgeschrittenen Organdysfunktionen und multiplen Organsystemerkrankungen leiden“. Damit verbunden ist Informationen zufolge eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen schweren oder gar tödlichen Verlauf bei COVID-19. Aus diesem Grund ist für alle betroffenen Patienten*innen eine Impfung mit dem jeweils vor Ort verfügbaren Impfstoff zu empfehlen. So lautet die Impfempfehlung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG), der sich das Transplantationszentrum TransplanTUM am Universitätsklinikum rechts der Isar anschließt.

Impfantwort auch unter starker Immunsuppression gegeben

Nach bisherigen Erkenntnissen wird auch bei Patient*innen unter starker Immunsuppression eine Impfantwort beobachtet. Expert*innen sehen zwar mögliche Vorteile beim Einsatz von mRNA-Impfstoffen – bezüglich der Verträglichkeit und einer Impfantwort. Dennoch sollte der vor Ort verfügbare Impfstoff grundsätzlich eingesetzt werden, da derzeit nicht von einer Wahloption für Organtransplantierte oder Patient*innen auf Wartelisten ausgegangen werden kann. Darum sollten Patienten*innen die Möglichkeit auf eine zeitnahe Impfung mit einem Vektorimpfstoff nicht ungenutzt lassen, um auf einen mRNA-Impfstoff zu warten.


Abstoßungen bisher unter keinem Impfstoff beschrieben

Ob mRNA- oder Vektorimpfstoff: Bei jedem SARS-CoV-2-Vakzin ist davon auszugehen, dass dessen Wirkung bei Menschen ohne immunsuppressive Therapie stets besser ist als bei immunsupprimierten Patient*innen. Es gibt Unterschiede allerdings bei der Bewertung von Vektor-und mRNA-Impfstoffen, die weiter erforscht werden müssen. Nach aktuellen Einschätzungen zu Corona-Vektorimpfstoffen bei immunsupprimierten Patient*innen sind Rekombinationsereignisse nicht ganz auszuschließen: Ein – nicht vermehrungsfähiger – Trägervirus eines Corona-Vektorimpfstoffs (z.B. ein Adenovirus, also ein Erkältungsvirus) könnte auf einen aktiven Adenovirus im Körper des Transplantierten treffen. Würden sich diese beiden Viren vereinigen, wäre das Trägervirus wieder vermehrungsfähig. Dieser Fall ist zwar sehr unwahrscheinlich, wissenschaftliche Belege dafür oder dagegen gibt es aktuell jedoch nicht. Da hierzu keine Daten existieren, empfiehlt die DTG, Patient*innen nach der Impfung mit einem Vektorimpfstoff unter Umständen kurzzeitig als „nicht transpantabel“ (NT) zu melden. Die hier notwendige Risiko-Nutzen-Abwägung sollte das betreuende Transplantationszentrum treffen. Abstoßungen sind bisher unter keinem Impfstoff beschrieben. Bitte beachten Sie, dass wir am Universitätsklinikum rechts der Isar leider keine Impfungen bei Patient*innen durchführen können.


Online-Registrierung zur Impfung dringend angeraten

Anmeldungen zur Impfung in Bayern sind weiterhin unter https://impfzentren.bayern(link is external) möglich – das Transplantationszentrum am Klinikum rechts der Isar rät dringend dazu. Patient*innen können ihre Vorerkrankungen wie Niereninsuffizienz und Dialysepflichtigkeit bzw. Organtransplantation zur Priorisierung der Impfreihenfolge angeben.

Als universitätsmedizinisches Transplantationszentrum stehen wir Ihnen selbstverständlich im Falle einer COVID-19-Erkrankung zur Verfügung.

Die Kontaktaufnahme kann im Notfall nach vorherigem telefonischem Kontakt über Ihren behandelnden Arzt (Nephrologe, Hausarzt oder ein anderes Krankenhaus) erfolgen. Bitte geben Sie diesen Kontakt ggf. weiter: Nephrologischer Dienstarzt, Tel: 089/ 4140 – 9556.